Mehr Arbeitszeitflexibilität

Bayerische Bauindustrie

Bis die Straße fertig ist
So möchte ich arbeiten!
Damit der Verkehr morgen wieder rollt

Mehr Flexibilität ist dringend notwendig

So möchte ich arbeiten

Drei anschauliche Beispiele aus der Praxis zeigen, vor welche Herausforderungen das Arbeitszeitgesetz die baustoffgewinnende und -verarbeitende Industrie tagtäglich stellt.

Die Branche ist stark saisonal geprägt und teilweise auch stark wetterabhängig. Obwohl sich die Produktion auf die Saison verdichtet, ist es häufig nicht möglich, Aufträge effizient abzuarbeiten.

Die Arbeiten auf Baustellen - und das betrifft eine Bundesautobahn genauso wie ein Wohnhaus - sind eng getaktet und von äußeren Umständen abhängig. Alle Beteiligten – der Unternehmer, die Arbeitnehmer und nicht zuletzt die Bauherren – wollen, dass dann gearbeitet wird, wenn gearbeitet werden kann und muss:

Beispiel 1
Der Keller für ein Wohnhaus wird betoniert, die Schalung geht auf, die Arbeiten verzögern sich. Nachdem der Fehler behoben ist, soll weiter betoniert werden, der Mischanlagenführer des Transportbetonwerkes hat seine tägliche Höchstarbeitszeit aber bereits erreicht. Da nur „frisch in frisch“ betoniert werden kann, entsteht eine nicht geplante Fuge - die Folge: die Arbeiten wurden nicht vertragsgemäß ausgeführt. Das freut den Bauherren und wird wahrscheinlich Schadensersatzforderungen nach sich ziehen. Einen weiteren Auftrag wird dieser Unternehmer vermutlich nicht mehr erhalten.

Beispiel 2
Der Bauherr hat für sein Haus außerdem eine Garage, Treppen und Deckenelemente bestellt, die mit Spezialfahrzeug und einer Montagemannschaft auf die Baustelle gebracht werden. Der Hin- und Rückweg dauert 5 Stunden – der Fahrer darf aber nur 5 Stunden bei der Montage mitarbeiten - danach muss er gezwungenermaßen seinen Kollegen zusehen.

Beispiel 3
In einem Steinbruch bräuchten die Mitarbeiter noch etwa 2 Stunden, um einen Auftrag fertig abzuarbeiten. Das Wetter ist sonnig und warm. Nach 1,5 Stunden ist die tägliche Höchstarbeitszeit erreicht. Eine halbe Stunde nicht erlaubte „Mehrarbeit“ verschiebt die Erledigung allerdings auf den nächsten Tag. Wenn die Mitarbeiter Glück haben, ist es dann ebenfalls sonnig und es regnet nicht.

Wir brauchen mehr Spielräume

Das geltende Arbeitszeitrecht kennt keine Spielräume, es stammt im wahrsten Sinne aus dem vergangen Jahrhundert. Mit den Ansprüchen, die an eine moderne Arbeitswelt gestellt werden, sind seine Regelungen zum Teil nur schwer vereinbar. Ohne den Schutzcharakter des Gesetzes in Frage stellen zu wollen, ist eine Abkehr von der täglichen Höchstarbeitszeit und die Einführung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit dringend notwendig.

 

Markus Wahl im Gespräch

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Mehr Flexibilität

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