Mehr Arbeitszeitflexibilität

Gastronomie und Hotellerie / DEHOGA Bayern

Wenn die Sonne scheint
So möchte ich arbeiten!
Damit Sie den Biergarten genießen können

Für mehr Gastfreundschaft

So möchte ich arbeiten

Rund 40.000 Betriebe in Bayern mit mehr als 400.000 Erwerbstätigen haben jeden Tag damit zu kämpfen, dass die tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Das Arbeitszeitgesetz sieht eine tägliche Regelarbeitszeit von acht Stunden vor, die auf maximal zehn Stunden verlängert werden kann, wenn innerhalb eines halben Jahres ein entsprechender Zeitausgleich erfolgt. Haben Arbeitnehmer mehrere Beschäftigungen, werden die Arbeitsstunden aus allen Beschäftigungen zusammengezählt. Diese starre Regelung entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit und kann in vielen Bereichen schnell zum unlösbaren Problem werden, da nicht flexibel auf Gästewünsche, krankheitsbedingten Ausfall von Mitarbeitern oder Saisonspitzen reagiert werden kann.

Ein besonderes Problem stellen hierbei die geringfügigen Nebenbeschäftigungen dar. Für den Arbeitgeber sind diese mit erheblichen Risiken behaftet, da er im Zweifel bei der Einsatzplanung nicht weiß und auch nicht wissen kann, ob und wie viele Stunden sein Mitarbeiter am fraglichen Tag bereits in einer anderen Tätigkeit gearbeitet hat. Dabei liegen die Nebenbeschäftigungen im Interesse der Arbeitnehmer, die gerne einige Stunden mehr arbeiten, um sich etwas hinzuzuverdienen. Um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, brauchen wir daher eine wesentlich höhere zeitliche Flexibilität. Flexibilität fordern auf der anderen Seite auch die Arbeitnehmer unserer Mitgliedsunternehmen. Im Zeitalter von „Work-Life-Balance“ werden starre, tägliche Arbeitszeitregelungen gerade auch arbeitnehmerseitig infrage gestellt.

Die wöchentliche Höchstarbeitszeit, wie sie die EU-Arbeitszeitrichtlinie vorsieht, ist eine gute Lösung für alle Beteiligten. Dabei geht es keineswegs um eine Erhöhung des Arbeitsvolumens, sondern lediglich um eine flexiblere Verteilung des bestehenden Arbeitsvolumens. Durch die Regelung der Ruhezeiten wären auch die Belange des Gesundheitsschutzes gewahrt.

Das fordert der DEHOGA Bayern:

  • Eine Umstellung des Arbeitszeitgesetzes von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.
  • Wir fordern keine Verlängerung der Gesamtarbeitszeit.

In unzähligen branchentypischen Fallkonstellationen ergeben sich Situationen, in denen Unternehmer und Arbeitnehmer – trotz bester Personalplanung – nicht mit der täglichen Höchstgrenze zurechtkommen.

Ein Beispiel aus der Praxis 

Ein Biergartenbetreiber hat aufgrund der ursprünglichen Wettervorhersage das Serviceteam erst für 15.00 Uhr eingeteilt. Wider Erwarten scheint am Morgen die Sonne und zahlreiche Gäste strömen in den Biergarten. Die Servicemitarbeiter fangen so bereits um 11.00 Uhr an zu arbeiten, statt wie geplant um 15.00 Uhr und können aufgrund des großen Andrangs auch vor 23.00 Uhr am Abend nicht ihre Arbeit beenden. Da ein gutes Biergartengeschäft dieser Art nur an maximal 50 Tagen pro Jahr vorkommt, kann der Wirt an so einem Tag nicht wirklich um 20.00 Uhr seinen Betrieb schließen. Nicht nur die Gäste, sondern auch die Mitarbeiter hätten dafür kein Verständnis.

Dr. Thomas Geppert im Gespräch

Das ganze Interview

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Mehr Flexibilität

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