Mehr Arbeitszeitflexibilität

Spedition und Logistik / LGAD

Wenn‘s schnell gehen muss
So möchte ich arbeiten!
Damit Ihr Geschenk rechtzeitig ankommt

Arbeitszeitrecht fit für die Zukunft machen

So möchte ich arbeiten

Unterteilt in den Produktionsverbindungshandel und den Konsumgüterhandel beliefern die 22.000 Groß- und Außenhändler Bayerns die Industrie, das Handwerk, die Hotellerie und Gastronomie sowie den Einzelhandel mit Fertig- und Halbprodukten, Rohstoffen sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Viele unserer Produkte und Dienstleistungen werden durch internationale Arbeitsteilung hergestellt und als Zuliefererprodukte auf den Beschaffungsmärkten global gehandelt und importiert. Sie sind für das reibungslose Funktionieren unserer Industrie lebenswichtig und werden sozusagen „rund um die Uhr“ an die Kunden ausgeliefert. Beispielsweise sind viele bayerische Großhändler Teil der industriellen Just-in-time-Fertigung oder bieten einen Lieferservice innerhalb von 24 Stunden an. Der Pharmaziegroßhandel beliefert seine Kunden sogar dreimal täglich.

Unternehmen und Beschäftigte erleben in der betrieblichen Praxis, dass derzeitige Arbeitszeitregelungen, denen das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zugrunde liegt, die Veränderungen der Arbeitsbedingungen nicht ausreichend berücksichtigen. Sich wandelnde Geschäftsmodelle, insbesondere in der internationalen Arbeitsteilung, verändertes Kundenverhalten sowie betriebsübergreifende Projektarbeit ohne starre Zeitgrenzen stellen das gesamte Arbeitszeitrecht vor neue Herausforderungen. Auch unsere Wirtschaftsstufe ist auf flexiblere Arbeitszeitregelungen angewiesen, damit unsere Handelsunternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen können. Insbesondere die Digitalisierung ermöglicht nicht nur flexiblere Arbeitsorte, sondern auch flexiblere Arbeitszeiten.

Hierfür brauchen Unternehmen und Beschäftigte mehr Gestaltungsspielräume bei der eigenen Arbeitszeit. Unternehmen und Beschäftigte stoßen bei der Anwendung des ArbZG insbesondere auf folgende Probleme:

  • Ruhezeiten: ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden
  • Höchstarbeitszeit: Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit auf durchschnittlich acht Stunden und maximal zehn Stunden im Einzelfall
  • Aufzeichnungspflichten: Kollision mit dem Prinzip der Vertrauensarbeitszeit
  • Arbeit auf Abruf: Ankündigungsfrist von mindestens vier Tagen
  • Sonn- und Feiertagsarbeit: hohe Hürden an Ausnahmegenehmigungen

Diese Probleme können durch eine gezielte Weiterentwicklung der gesetzlichen und tariflichen Regelungen gelöst werden. Dabei fordern wir den deutschen Gesetzgeber auf, den Spielraum zu nutzen, den das EU-Recht bei der Gestaltung des nationalen Arbeitszeitrechts einräumt. So schöpft die im deutschen Arbeitszeitgesetz festgelegte tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden die Möglichkeiten der europäischen Arbeitszeitrichtlinie nicht aus. Diese schreibt eine regelmäßige Wochenhöchstarbeitszeit von 48 Stunden vor – und lässt die Verteilung auf die Tage offen. Sie bedeutet für die Unternehmen einen Nachteil im internationalen Wettbewerb und behindert die Beschäftigten unnötig bei der Ausübung ihrer Zeitsouveränität, um etwa Familie und Beruf besser miteinander in Einklang zu bringen.

Frank Hurtmanns im Gespräch

Das ganze Interview

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Mehr Flexibilität

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